Radmarathon Mendig-Budel 2005

Burgbrohl. - Samstag, 3. Juli 2005 - "Höhepunkt der Saison" - für die Radprofis hieß dies Start zur 92. Tour de France - für die Radsportfreunde Brohltal war es die Teilnahme am 9. Radmarathon über 239 km von Mendig nach Budel. Schon früh hatten sich die Burgbrohler Radsportler auf dem Mendiger Marktplatz eingefunden, der sich zusehends mit Radsportlern und einer Vielzahl von Begleitfahrzeugen füllte. Startvorbereitungen auf dem Mendiger MarktplatzFast 90 Pedaleure waren diesmal aus der Region um die mit Mendig freundschaftlich verbundene niederländische Stadt Budel angereist, teils am Vortag, größtenteils aber erst am frühen Morgen. Unter ihnen waren auch einige belgische Teilnehmer. Nicht ganz leicht war es da, die 10 Teilnehmer der Radsportfreunde Brohltal mit ihren nagelneuen Rhodius-Trikots mit der "Oranje-Farbe" im Heer der Fahrer und Begleitfahrzeuge auszumachen, das auf deutscher Seite noch von weiteren 14 Fahrern des RSC Eifelland Mayen komplettiert wurde.

Auch mit ihrem Streckenprofil von über 2000 Höhenmeter stellte die Radtour, die vom Mendiger Verkehrsamt zusammen mit dem SWAC (Stichting Wieler Activiteiten Cranendonk), der Touristik-Organisation des Cranendonk, bereits zum neunten Mal durchgeführt wurde, für alle Teilnehmer eine große Herausforderung dar. Die Gesamtleitung der Tour hatte erneut Bert Matheeuwsen und sein Team übernommen, während sich auf Mendiger Seite Norbert Geilen um die Organisation der Tour und die Betreuung der Gäste kümmerte. "Es ist für alles gesorgt. Wir haben Begleitfahrzeuge, die sich um eventuelle Pannen und Versorgung von Verletzungen kümmern können." versicherte der einem Pressevertreter in einer kurzen Stellungsnahme. Eine Tatsache, die es ihm auch nach einem durch Krankheit bedingten Trainingsrückstand möglich machte, an der Tour teilzunehmen. Auf der StreckeSo ließ er es in diesem Jahr die erste Etappe aus und stieg mit dem ebenfalls nach seiner Krankheit noch nicht ganz fitten Walter Gerharz, dem Vorsitzenden Radsportfreunde Brohltal, dann ab Tondorf in die Strecke ein. Auch der erst 14-jährige Raphael Rüdesheim, Nachwuchsfahrer bei den Radsportfreunden Brohltal und mit Abstand jüngster Teilnehmer an der Tour, wurde zunächst im Begleitfahrzeug geschont. Doch zusammen mit seinem Vater Karl-Heinz, stieg er dann aber bereits an der Hohen Acht auf das Rad, um nach einer tollen Leistung von 209 gefahrenen Kilometern das Ziel in Budel zu erreichen. Mit zur Brohltaler Mannschaft gehörte auch der 17-jährige Oliver Thomas, der ebenfalls von seinem Vater Stefan auf dem Rad begleitet wurde, sowie Karl-Heinz Becker, Jürgen Glees, Bernd Schürmann und Klaus Müller. Gerne hätte auch der 71-jährige Fred Berresheim aus Mendig, selbst begeisterter Fahrradfahrer mit ca. 1000 Radkilometern im Monat, die Gruppe ein Stück auf dem Rad begleitet. Doch als Fahrer des Begleitfahrzeuges hatte auch er nach ca. 10 Stunden Fahrzeit ein gehöriges Stück Anteil am erfolgreichen Unternehmen Radmarathon 2005.

Auf der StreckePünktlich um 8.00 Uhr fiel dann an diesem Morgen auch der Startschuss auf dem Mendiger Marktplatz und setzte die mächtige Radsportkarawane in Richtung Bell in Bewegung. Neben einer großen Schar von Schaulustigen wurde das Ganze von einem Team von MYK-TV beobachtet, das seit 1988 als Privatsender im Landkreis Mayen-Koblenz tätig ist. Schon am Ortsausgang hatte sich das Feld der Teilnehmer mächtig in die Länge gezogen, ehe es dann an den ersten Anstiegen schließlich in einzelne Gruppen zerfiel. Den ersten Härtetest stellte dann aber der "giftige" Anstieg nach Langscheid dar, der höchste Ansprüche an die Kletterkünste der Radsportler stellte. Ein kräftiger Applaus von Rolf Schumacher, dem Vorsitzenden des Mayener Radclubs, und einer Reihe weiterer Radfans bei der Ortsdurchfahrt gab hier neue Motivation, für die weiteren Kilometer, die es noch bis zur Hohen Acht hinaufzuklettern galt. Denn kurze Zeit später hatten die holländischen Organisatoren noch den nur in Insiderkreisen bekannten "Col de Chef" eingebaut, wobei es zunächst von der Bundesstrasse nach Jammelshofen hinab und dann auf der Rodelpiste wieder hinauf zum Sporthotel an der Hohen Acht zu fahren galt. Nach einer schnellen Abfahrt nach Adenau sorgten die weiteren Anstiege nach Reifferscheid und schließlich aus dem Ahrtal über Bröhlingen zur ersten Rastpause in Tondorf, dass die ersten 62 km für alle Teilnehmer zu einer harten Prüfung wurden.

Nach den tropischen Verhältnissen der Vorwoche hatte man es mit dem kühlen Wetter an diesem Tag fast ideal getroffen. Nur ein leichter Nieselregen, der die Straßen etwas schmierig werden ließ, sorgte vor allem bei Abfahrten für schwierige Verhältnisse. Toll war auch der Zusammenarbeit im Team der Brohltaler, das sich sowohl in der Führungsarbeit als auch beim Zusammenhalt der Gruppe glänzend ergänzte. "Platt gefahren"Einen kurzen Schreckensmoment gab es dann beim zweiten Zwischenstopp in Luchem (128 km), wo ein holländischer Radsportler mit einem Beckenbruch in Krankenwagen abtransportiert werden musste. Für die Teilnehmer gab es hier neben der üblichen Verpflegung einen leckeren Reiskuchen. Kurz vor Holland wurde in Mariahoop (181 km) zum letzten Mal Station gemacht. Auch hier hatten sich die Organisatoren etwas einfallen lassen und reichten eine heiße Suppe. Trotz einfachster Hilfsmittel, das Wasser wurde auf einem Gasbrenner und die Suppen portionsweise im Teller angerührt, gab es kaum größere Warteschlangen.

Wenn die Radsportfreunde aus dem Brohltal bis zu diesem Zeitpunkt auf der Tour auch ohne größere Defekte geblieben waren, so erwischte es sie auf der letzten Etappe gleich mehrfach. So musste man auf den letzten 10 Kilometern doch noch einige Gruppen passieren lassen, ehe man schließlich nach über 10 Stunden Fahrzeit und 239 gefahrenen Kilometern das Ziel in Budel erreichte. Mit der Überreichung der Erinnerungsplakette durch den Organisator ging für alle ein tolle Radtour zu Ende, die allen trotz der Strapazen viel Spaß gemacht hatte.

Auch am Zielort ließen die niederländischen Gastgeber es an nichts fehlen, ob die Duschen in einer nahen Halle oder das Abendessen in einem netten Restaurant, alles war perfekt organisiert. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Abend aller Teilnehmer mit einer Tombola. Bei der AbendveranstaltungAls besonderes Dankeschön für die tolle Radtour und die überaus herzliche Aufnahme in Budel überreichte Norbert Geilen zusammen mit den Vorsitzenden der beiden deutschen Radclubs jeweils ein Geschenk, das von einem kleinen Vulkankegel mit der Aufschrift "Nacht der Vulkane" geziert wurde. In gemütlicher Runde ließ man den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren, ehe sich die deutschen Teilnehmer gegen 23.30 Uhr per Bus bzw. Reisebus wieder auf den Weg nach Hause machten.

Doch bereits am 14. August, wenn die Radsportfreunde Brohltal ihre 25. Radtouristik-Fahrt in Burgbrohl durchführen, wird es ein Wiedersehen mit einigen der niederländischen Freunde geben. Die Vorbereitungen zur Jubiläumsveranstaltung sind schon im vollen Gange. Mehr Informationen zu den Radsportfreunden Brohltal und ihren Aktivitäten gibt es auf der eigenen Homepage http://www.rsf-brohltal.de.

 

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